Ausgabeautomat von ASD Systems in einer Produktionshalle

Ein Ausgabeautomat oder ein klassisches Lager — was verändert sich wirklich bei der Verbrauchskontrolle?

In einem klassischen Werkzeuglager kann am Ende einer Schicht oft niemand genau sagen, wer das letzte Paar Schutzhandschuhe entnommen hat oder warum der Vorrat an Trennscheiben bereits eine Woche früher aufgebraucht war. Das liegt in der Regel nicht am Verhalten der Mitarbeitenden, sondern am Ausgabemodell selbst und an der fehlenden Echtzeit-Dokumentation der Entnahmen.

Dieser Beitrag richtet sich an Lagerleiter, Verantwortliche in Instandhaltung, Produktion und Einkauf sowie an Werksleiter, die ihre Materialausgabe transparenter gestalten, den Verbrauch besser kontrollieren und Verluste reduzieren möchten. Im Folgenden vergleichen wir ein klassisches Lager mit einem Ausgabeautomaten, erläutern die Unterschiede in den wichtigsten Bereichen und zeigen, wann ein Automat seine Stärken ausspielt und wann ein hybrides Lagerkonzept sinnvoller ist.

Der Beitrag ergänzt unsere Inhalte über Ausgabeautomaten für Produktionsunternehmen

Wie funktioniert ein klassisches Lager?

Ein klassisches Lager besteht aus Regalen, Schränken oder einem separaten Lagerraum. Die Materialien werden entweder durch einen Lagerverwalter ausgegeben oder stehen in einem teiloffenen System zur Verfügung, in dem Mitarbeiter auf einen Teil des Sortiments selbst zugreifen können.

Die Entnahmen werden häufig manuell dokumentiert — etwa in einem Heft, einer Tabelle oder als Ausgabe „auf den Namen“. Die Daten werden häufig zeitverzögert in das System übernommen, bleiben unvollständig und lassen sich später nur schwer überprüfen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag über die Optimierung von Lagerprozessen

Typische Schwachstellen dieses Modells sind in den meisten Unternehmen immer wieder dieselben:

  • fehlende Transparenz darüber, wer welchen Artikel, wann und in welcher Menge entnommen hat,
  • „verschwindende“ Werkzeuge und persönliche Schutzausrüstung (PSA), insbesondere im Schichtbetrieb,
  • Abhängigkeit von den Arbeitszeiten des Lagerpersonals,
  • erschwerte Zuordnung des Materialverbrauchs zu Abteilungen, Kostenstellen oder Projekten,
  • hohe Kosten für Lagerflächen, Energie, Reinigung und Instandhaltung,
  • erhöhte Personalkosten für den Lagerbetrieb.

Wie funktioniert ein Ausgabeautomat?

Ein Ausgabeautomat gibt Produkte erst nach der Identifikation des Mitarbeiters frei — beispielsweise per Karte, PIN oder biometrischer Authentifizierung. Das Gerät stellt den ausgewählten Artikel bereit und dokumentiert die Entnahme automatisch im IDS-System.

Erfasst werden unter anderem:

  • wer den Artikel entnommen hat,
  • wann die Entnahme erfolgt ist,
  • welcher Artikel ausgegeben wurde,
  • welche Menge entnommen wurde.

Der Ausgabeautomat ist rund um die Uhr verfügbar – unabhängig von den Arbeitszeiten des Lagerpersonals. Dadurch können Beschäftigte auch während Nacht- und Wochenendschichten jederzeit auf PSA, Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien zugreifen.

Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Die wichtigsten Funktionen von Ausgabeautomaten

Je nach Sortiment kommen unterschiedliche Gerätekonzepte zum Einsatz. ASD Systems bietet unter anderem die Trommelautomaten D540neo, D810neo und D1080neo, den Schließfachsystem L40, die Rückgabestation C240 sowie das Terminal T15neo an. Jedes System ist für bestimmte Produktarten und Abmessungen ausgelegt. Gleichzeitig lassen sich die Geräte flexibel miteinander kombinieren und an die individuellen Anforderungen des Unternehmens anpassen.

Vergleich: ein klassisches Lager und ein Ausgabeautomat

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede. Ziel ist nicht, eines der beiden Modelle pauschal als besser darzustellen, sondern ihre jeweiligen Stärken und Grenzen transparent zu machen.

Tabelle 1. Vergleich zwischen einem klassischem Lager und einem Ausgabeautomat.

Kontrolle und Dokumentation der Entnahmen

In einem klassischen Lager erfolgt die Dokumentation häufig manuell und ist entsprechend fehleranfällig. Informationen werden verspätet erfasst, und fehlende Einträge lassen sich später nur schwer rekonstruieren.

Ein Ausgabeautomat dokumentiert jede Entnahme in Echtzeit — automatisch und ohne zusätzlichen Erfassungsaufwand. Wer, wann, welchen Artikel und welche Menge entnommen hat, ist jederzeit nachvollziehbar. Diese Daten bilden die Grundlage für eine wirksame Verbrauchskontrolle. Gleichzeitig stehen aktuelle Berichte über Entnahmen und Bestände zur Verfügung.

Verfügbarkeit — auch im Schichtbetrieb

Ein klassisches Lager ist an die Arbeitszeiten des Lagerpersonals gebunden. Soll Material auch nachts oder am Wochenende verfügbar sein, muss zusätzliches Personal eingeplant werden — mit entsprechend höheren Kosten.

Ein Ausgabeautomat steht dagegen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zur Verfügung. Beschäftigte können PSA, Werkzeuge oder MRO-Artikel jederzeit entnehmen, ohne auf einen Lageristen warten zu müssen. Das reduziert Wartezeiten und hilft, Produktionsunterbrechungen aufgrund fehlender Materialien zu vermeiden.

Materialverbrauch und Entnahmedisziplin

Im klassischen Modell können Materialien leicht „auf Vorrat“ entnommen werden, weil häufig kein wirksamer Begrenzungsmechanismus vorhanden ist. Das führt zu unnötigem Verbrauch, höheren dezentralen Beständen und vermeidbaren Kosten.

Automatisierte Entnahmen ermöglichen die Festlegung individueller Entnahmelimits für alle Produkte pro Mitarbeiter. Dadurch entsteht volle Transparenz über den Verbrauch je Mitarbeiter, Abteilung oder Projekt, was das Verhalten der Mitarbeiter auf natürliche Weise strukturierter und verantwortungsbewusster macht.

Aufgaben und Zeitaufwand des Lagerpersonals

In einem klassischen Lager besteht ein großer Teil der Arbeit aus der Ausgabe von Produkten und der manuellen Dokumentation. Mit einem Ausgabeautomaten verlagert sich der Schwerpunkt: Das System übernimmt die Ausgabe und Erfassung, während sich das Lagerpersonal auf Bestandsüberwachung, Nachfüllen und andere wertschöpfende Aufgaben konzentrieren kann.

Flächennutzung und Organisation

Regale, Schränke und separate Lagerräume beanspruchen häufig große Flächen. Sind Materialien auf mehrere Bereiche verteilt, entstehen zusätzlich längere Wege. Auch Energie, Reinigung und Instandhaltung verursachen laufende Kosten.

Ein Ausgabeautomat schafft eine kompakte, kontrollierte Ausgabestelle, die in der Regel direkt in Produktionsnähe installiert wird. Das verkürzt Wege und Entnahmezeiten, verbessert die Organisation der Arbeit und reduziert den Flächenbedarf. Die laufenden Flächen- und Betriebskosten fallen meist deutlich geringer aus als bei einem klassischen Lager.

Daten und Berichterstattung

Im klassischen Modell müssen Verbrauchsdaten manuell zusammengetragen und ausgewertet werden. Das ist zeitaufwendig und anfällig für Fehler.

Das IDS-System stellt die erforderlichen Daten automatisch bereit. Dazu gehören unter anderem:

  • Verbrauch nach Mitarbeiter,
  • Verbrauch nach Abteilungen und Kostenstellen,
  • Kosten nach Bereichen oder Projekten,
  • Bestandsübersichten und Nachfüllbedarf,
  • vollständige Historie aller Entnahmen und Rückgaben.

Damit stehen aktuelle und belastbare Informationen für operative und strategische Entscheidungen zur Verfügung.

Weiterlesen: Wusstest du, dass du mit IDS alles unter Kontrolle hast?

Außerdem: Informationen im IDS-System schnell finden und analysieren

Was ein Ausgabeautomat nicht ersetzt — wann ein klassisches Lager sinnvoll bleibt

Ein Ausgabeautomat kann die kontrollierte Ausgabe eines großen Teils der regelmäßig benötigten Materialien übernehmen. Ein klassisches Lager bleibt jedoch sinnvoll oder notwendig für:

  • besonders große oder sperrige Artikel,
  • selten benötigte Materialien,
  • Produkte mit besonderen Lagerbedingungen.

Die Stärke eines Ausgabeautomaten liegt bei häufig benötigten Artikeln, deren Ausgabe kontrolliert werden soll. Eine realistische Bewertung des Sortiments hilft, die passende Lösung für den tatsächlichen Bedarf des Unternehmens zu wählen.

Das hybride Lagerkonzept — ein Ausgabeautomat und ein klassisches Lager

In vielen Unternehmen erzielt ein hybrides Lagerkonzept die besten Ergebnisse. Der Ausgabeautomat übernimmt häufig benötigte und kontrollbedürftige Artikel wie PSA, Werkzeuge und MRO-Materialien. Das klassische Lager verwaltet weiterhin andere Produkte.

In der Praxis beginnt die Einführung häufig mit einem einzelnen Automaten für die Produktgruppe mit dem höchsten Verbrauch oder den größten Bestandsverlusten. Das System kann anschließend schrittweise um weitere Geräte und Funktionen erweitert werden.

Weiterlesen: Welche Lagerprozesse können automatisiert werden?

Mehr dazu: Wie funktioniert der Nachfüllprozess?

Welche Vorteile erziel ein Unternehmen durch den Einsatz eines Ausgabeautomaten?

  • vollständige Kontrolle der Entnahmen und weniger „verschwundene“ Werkzeuge,
  • 24/7-Verfügbarkeit unabhängig von den Arbeitszeiten des Lagerpersonals,
  • aussagekräftige Daten zu Verbrauch und Kosten nach Mitarbeiter, Abteilungen oder Projekten,
  • weniger Produktionsunterbrechungen aufgrund fehlender PSA oder Werkzeuge,
  • Entlastung des Lagerpersonals durch die Reduzierung manueller Dokumentations- und Erfassungsprozesse.

Wie groß die Vorteile im Einzelfall ausfallen, hängt vom Sortiment, der Organisationsstruktur und den betrieblichen Abläufen ab. Eine konkrete Bewertung ist im Rahmen einer kostenlosen Bedarfsanalyse vor Ort möglich.

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Woran erkennen Sie, dass sich ein Ausgabeautomat für Ihr Unternehmen lohnt?

Folgende Anzeichen sprechen dafür, den Einsatz eines Ausgabeautomaten zu prüfen:

  • hoher Verbrauch von PSA, Werkzeugen oder MRO-Artikeln,
  • Schichtbetrieb,
  • fehlende oder unzuverlässige Entnahmedokumentation,
  • häufige Materialengpässe in der Produktion,
  • Unklarheiten über den Verbrauch einzelner Abteilungen oder Kostenstellen.

Der erste Schritt ist eine kostenlose Bedarfsanalyse vor Ort. Dabei wird ermittelt, welche Artikel sich für die automatisierte Ausgabe eignen, welches Gerätemodell den Anforderungen entspricht und welche Potenziale sich realisieren lassen.

Der beste erste Schritt ist eine kostenlose Bedarfsanalyse vor Ort

Im Rahmen der Bedarfsanalyse prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Artikel in den Ausgabeautomaten verlagert werden sollten, welche weiterhin im klassischen Lager verbleiben und welches System zu den betrieblichen Anforderungen passt.

FAQ: häufig gestellte Fragen

Nein. Ausgabeautomaten eignen sich besonders für häufig benötigte Produkte, deren Ausgabe kontrolliert und dokumentiert werden soll. Sperrige, selten benötigte oder besonders lagerkritische Artikel verbleiben in der Regel im klassischen Lager.

Meistens nicht, insbesondere dann nicht, wenn der gesamte Beschaffungs- und Nachfüllprozess von einem Partner beziehungsweise Lieferanten der Produkte für den Ausgabeautomaten übernommen wird. In begrenztem Umfang übernimmt jedoch eine Person im Unternehmen, beispielsweise ein Lagerist, die Überwachung des Systems sowie die Kontrolle der Bestände und die Abstimmung beziehungsweise Abrechnung mit dem Partner.

Ja. Ausgabeautomaten stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Mitarbeiter können die für sie freigegebenen Produkte selbstständig entnehmen, unabhängig von den Arbeitszeiten des Lagerpersonals.

Vor der Entnahme identifiziert sich der Mitarbeiter beispielsweise mit einer Karte, einer PIN oder biometrisch. Das IDS-System erfasst anschließend automatisch den Benutzer, den Zeitpunkt, den Artikel und die entnommene Menge.

Diese Produkte verbleiben meist im klassischen Lager. Der Ausgabeautomat verwaltet ausschließlich Produkte, die hinsichtlich Größe und Abmessungen in sein System passen.

Ja, sofern der Materialverbrauch hoch ist oder eine vollständige Kontrolle der Entnahmen sowie möglicher Rückgaben erforderlich ist. Ebenso eignet sich ein Ausgabeautomat für die Lagerung hochwertiger Artikel oder von Elektrowerkzeugen, die regelmäßig geladen werden müssen. Die Entscheidung über den Einsatz eines automatisierten Ausgabesystems sollte idealerweise auf Grundlage einer vorherigen Analyse bzw. eines Audits getroffen werden.

In der Regel deutlich weniger, da der Ausgabeautomat viele verschiedene Artikel in einem einzigen System bündelt. Darüber hinaus wird der Automat häufig zwei- bis dreimal pro Woche nachgefüllt, sodass keine großen und kostenintensiven Lagerbestände vorgehalten werden müssen.

Der tatsächliche Platzbedarf und das Einsparpotenzial hängen jedoch vom gewählten Automatenmodell sowie vom verwalteten Produktsortiment ab.

Ja. Viele Unternehmen starten mit einem Automaten. Weitere Automaten, Schließfachsysteme, Rückgabestationen und Terminals können später ergänzt und gemeinsam über IDS verwaltet werden.

Vereinbaren Sie eine kostenlose Bedarfsanalyse

Die Analyse zeigt, welche Produkte sich für die automatisierte Ausgabe eignen, welche im klassischen Lager verbleiben sollten und welches Gerätekonzept die passende Lösung darstellt. So erhalten Sie eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Einführung eines automatisierten Ausgabesystems.

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